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Tagesgedanke vom Samstag, den 22. Januar 2005

Auch wenn sie Atheisten sind, müssen unsere Zeitgenossen …

Auch wenn sie Atheisten sind, müssen unsere Zeitgenossen zugeben, dass die Idee der Brüderlichkeit ihnen vom Christentum gebracht wurde. Natürlich haben bereits vor Jesus Weise und Eingeweihte die Achtung und die Liebe zum Nächsten gelehrt. Unter den Geboten, die Moses gebracht hat, kündigen schon einige die Lehre Jesus an: »Du sollst dich nicht rächen noch Zorn bewahren gegen die Kinder deines Volks. Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst; ich bin der Herr« (3. Mo 19,18). Aber verglichen mit der Menge der anderen Vorschriften und Züchtigungen, die all jenen drohen, die den geringsten Fehler begehen, nehmen sie doch sehr wenig Raum ein! In derselben Epoche lehrte Buddha das Wohlwollen gegenüber allen Geschöpfen und das Mitgefühl mit dem immensen Leid, das sie in ihrem irdischen Leben zu erdulden haben. Doch das Gefühl des Wohlwollens oder des Mitleids ist nicht das gleiche wie das Gefühl der Brüderlichkeit, das Bewusstsein, derselben und einzigen Familie anzugehören. Es ist also die vom Christentum überbrachte Philosophie von Jesus, die es ermöglicht hat, dass das Gefühl der Brüderlichkeit sich in der westlichen Welt entwickelt.

Omraam Mikhaël Aïvanhov




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